Länder haben Grenzen
im Atlas farblich unterschieden
in fein gestrichelten Kränzen
geben uns die Illusion des Frieden.
Grenzen wandern in Jahrzehnten
ändern ihre Form;
was heute Heimat war, was Menschen sich ersehnten.
wird morgen Neusiedler’s unbekannte Norm
verbraucht die Zeit, in Liedern sie wie Heimat klang.
ihre Kinder machen Pläne
Zukunft und Jetzt macht sie nicht bang.
nur die Alten trocknen ihre Träne.
Grenzen bestimmt von Kriegen
entwurzeln, machen heimatlos
Menschen wollen sich nicht biegen
ihre Seelen nackt und bloss
besinnen sich auf das, was blieb:
der grenzenlose Sieg des Geistes
unaufhaltsam des Menschen bester Trieb
mächtig im endlosen Raum, so verheisst es.
©dodo




